Wirtschaft

Zahlungsmoral in Österreich

Jeder Fünfte zahlt Rechnungen zu spät

So steht es um die Zahlungsmoral in Österreich.
Bild: Kein Anbieter/KSV1870
Die Österreicher haben's nicht so mit pünktlichen Zahlungen. Das trifft aber nicht nur auf Privatpersonen, sondern auch die Öffentliche Hand zu.
Trotz anhaltend stabiler Wirtschaftslage ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, ausstehende Forderungen pünktlich zu bezahlen. Denn quer durch alle Kundengruppen zahlt jeder Fünfte (19 %) in Österreich seine Rechnungen nicht rechtzeitig. Das geht aus dem vom KSV1870 durchgeführten Austrian Business Check hervor.

In Sachen Zahlungsdauer hat der öffentliche Sektor den größten Aufholbedarf. Die Öffentliche Hand hat im Vergleich zu den Firmen- (29 Tage) und Privatkunden (17 Tage) die klar längste durchschnittliche Zahlungsdauer (34 Tage) vorzuweisen. Dabei bereiten Bund und Länder mit je 37 Tagen die größten Sorgen: "Mit dieser Zahlungsmoral brechen sie nicht nur ihre selbst festgesetzten Zahlungsziele, sondern sind zugleich ein schlechtes Vorbild", erklärt Mag. Ricardo-José Vybiral, Vorstand der KSV1870 Holding AG.

Burgenland "flott" unterwegs

Bei den Bundesländern gibt es sowohl auf Länder- als auch auf Gemeindeebene starke Schwankungen. Während das Land Burgenland durchschnittlich 51 Tage benötigt, um offene Forderungen zu begleichen, ist das Land Steiermark mit 33 Tagen verhältnismäßig flott unterwegs.

23 Prozent der Firmen halten sich nicht an die vereinbarten Fristen und bezahlen mit Verspätung. Im Durchschnitt begleichen Firmenkunden ihre Rechnungen nach 29 Tagen. "Einer der Gründe, warum gerade die Großen langsam bezahlen, ist, dass interne Wege länger sind und die Verwaltung teilweise ineffizient organisiert ist", erklärt Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahlungsmoral bei den Privaten unverändert. Im Schnitt dauert es 17 Tage, bis Rechnungen beglichen werden.

Die Gründe

Egal ob bei Firmen- oder Privatkunden: Der momentane Liquiditätsengpass findet sich nach wie vor unter den Top-Motiven, warum Zahlungen verspätet beglichen werden. Allerdings ist für knapp 54 Prozent der Befragten eine ineffiziente Verwaltung der Firmenkunden der Hauptgrund für das Nichtbezahlen von Rechnungen innerhalb der festgelegten Fristen. Im Gegensatz dazu wird bei den Privatkunden die Vergesslichkeit in 63 Prozent der Fälle als Grund Nummer eins angesehen. Im öffentlichen Bereich wird hingegen ein gänzlich anderes Motiv als Hauptgrund vermutet: "Knapp die Hälfte ist sich sicher, dass die Öffentliche Hand ihre Machtposition ausnützt, um nicht fristgerecht zu bezahlen", so Koch.

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(red)

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