Wirtschaft

Prototyp vorgestellt

Weltpremiere für neuen Hybrid-Zug der ÖBB

ÖBB-Vorstandsdirektorin Evelyn Palla und Siemens-Mobility CEO Arnulf Wolfram vor und mit dem neuen Cityjet Eco.
Bild: Kein Anbieter/Sabine Hertel
Weltpremiere in Wien: ÖBB und Siemens präsentierten ihren ersten Hybridzug, der die alten Dieselloks ersetzen soll.
Der neue Zug ist ein noch ein Einzelstück, ein Prototyp. Ab Herbst 2019 soll er im Fahrgastbetrieb in Nieder- und Oberösterreich zum Einsatz kommen. ÖBB-Vorstandsdirektorin Evelyn Palla und Arnulf Wolfram, CEO der Siemens Mobility GmbH Österreich, lobten die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit der neuen Technologie. Der Zug wird in den nächsten Monaten in der Praxis geprüft und zur Serienreife weiter entwickelt.

Neuer Antrieb

Siemens schuf für den Cityjet Eco einen völlig neuen elektro-hybriden Batterieantrieb. Das heißt, der Zug nimmt auf elektrifizierten Strecken die Energie über den Stromabnehmer auf und speichert sie in Akkus. Diese Energie wird dann auf nicht-elektrifizierten Strecken genutzt, die Akkus speisen das gesamte Energieversorgungssystem des Zuges. Klingt einfach, doch die technische Umsetzung ist herausfordernd.

Gekühlte Akkus

Allein die Akkus, die auf dem Dach angebracht sind, wiegen 14 Tonnen. Sie erlauben dem Cityjet Eco eine Reichweite von 80 Kilometer. Dann muss der Zug wieder unter die Stromleitung. Die Akkus müssen speziell gekühlt werden, damit der Zug seine 3.500 PS mit maximal 140 km/h auf die Schiene bringt. Dabei braucht der Antrieb gar nicht so viel Energie. Der meiste Strom fließt in Klimaanlage, Beleuchtung und andere Service-Einrichtungen. Auch Wlan ist an Bord.



Die Präsentation des Zuges (Video: heute.at)

Die Technik



Basis für die neue Eisenbahn ist ein Zug aus der Serienproduktion des Desiro ML von Siemens. Auf den Mittelwagen des Triebfahrzeuges wurden drei Batteriecontainer samt Kühler und sonstiger Elektronik gepflanzt. Eingesetzt werden Lithium-Titanat-Batterien, die deutlich höhere Ladeströme bei der Schnellladung vertragen. Die Kühlung der Akkus soll ihre Lebensdauer auf 15 Jahre erhöhen. Sie müssten also über die Gesamtnutzungsdauer des Zuges nur einmal gewechselt werden.



(GP)

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