Wirtschaft

Flug-Chaos

Ryanair-Streik trifft jetzt auch Österreich

Über 24 Stunden soll der Streik des Flugpersonals der Ryanair dauern. Es ist wohl auch Österreich betroffen.
Piloten und Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland sind am frühen Mittwochmorgen in den Streik getreten. Der irische Billigflieger strich 150 der etwa 400 für Mittwoch geplanten Verbindungen von und nach Deutschland und bot betroffenen Kunden alternative Flüge an.

Der Streik begann um 03.01 Uhr und soll 24 Stunden andauern. Bei dem Arbeitskampf geht es um erstmalig abzuschließende Tarifverträge für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

20 von 56 Flügen

Annulliert wurden etwa 20 der insgesamt 56 Ryanair-Flüge auf dem Flughafen Köln-Bonn, wie der Flughafen mitteilte. Auf dem Flughafen Frankfurt fielen nach Angaben einer Vertreterin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwochmorgen fünf von zehn Ryanair-Flügen aus. Bis zu 50 Beschäftigte folgten demnach am Morgen dem Streikaufruf an dem Airport.

Es ist wohl auch Österreich betroffen, denn jene Ryanair-Maschinen, die für Lautamotion fliegen, bleiben ebenfalls am Boden. Es werde zu Flugstreichungen kommen, so ein Sprecher.

Zwölf Basen in Deutschland

Zum Streik aufgerufen hatten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Verdi. Sie fordern für die Piloten und Flugbegleiter bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Gehalt. Verhandlungen zwischen den Tarifparteien brachten in den vergangenen Wochen keine Einigung.

Ryanair bezeichnet die Streiks als unnötig und verweist auf laufende Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Der irische Billigflieger drohte am Dienstag mit einem Stellenabbau in Deutschland, sollte es weitere ArbeitskampfmMaßnahmen geben.

Die größten Rynair-Basen in Deutschland sind Frankfurt, Berlin und Weeze in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt fliegt Ryanair zu 19 Flughäfen in Deutschland, an denen es am Mittwoch zu Ausfällen kommen kann.

Lohn reicht nicht aus

Für Verdi ist es der erste Streik bei Ryanair. Die Gewerkschaft bezeichnete das Entgeltangebot der Iren als "völlig indiskutabel". Es sehe für die Jahre 2018 und 2021 keine Erhöhungen vor, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um lediglich 50 Cent und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat.

"Die Gehälter der Flugbegleiter bei Ryanair sind so niedrig, dass sie nicht ausreichen, um einen auskömmlichen Lebensstandard zu sichern. Dazu kommen schlechte Arbeitsbedingungen und ein massiver Druck auf die Beschäftigten", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle in einer am Montagabend in Berlin verbreiteten Erklärung. Die Haltung der Arbeitgeber sei verantwortungslos.

Rynair droht mit Stellenabbau

Am Dienstag drohte Ryanair mit einem Stellenabbau in Deutschland, sollte es weitere Pilotenstreiks geben. Solche ArbeitskampfmMaßnahmen würden zur Streichung von Standorten und Stellen für Piloten und Flugbegleiter führen.

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(red/sda)

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