Kultur

"Zauberflöte", 27.7.

"Opa Klaus" bringt Wiener Sängerknaben ins Bett

Kriegen heute ein besonderes Betthupferl: Sechs Sängerknaben rocken "Die Zauberflöte"
Bild: Kein Anbieter/Lukas Beck
Klaus Maria Brandauer liest neuerdings wilde Gutenacht-Geschichten. Es lauschen Buben im Nachthemd und das Publikum der Salzburger Festspiele.
Mozarts berühmteste Oper durch die Augen von Drillingen – und das literarische Betthupferl gibt's von keinem Geringeren als Burg-Gigant Klaus Maria Brandauer (springt für den erkrankten Bruno Ganz ein).

Und plötzlich crasht ein Prinz durchs Fenster

"In der Ouvertüre sehen wir eine wohlhabende Familie beim Abendessen", verrät Regisseurin Lydia Steier (gibt ihr Debüt bei den Festspielen) im "Heute"-Interview. "Dann kuscheln sich die Kinder mit ihren Stofftieren ins Bett und Opa liest ihnen eine Gutenachtgeschichte vor." Spätestens, wenn der Prinz auf der Flucht vor dem Drachen durchs Fenster crasht, wissen Opernfans, was hier gespielt wird: "Die Zauberflöte".

Steier fürchtete sich vor kleinen "Gesangsrobotern"

Durch das Abenteuer führen insgesamt sechs Wiener Sängerknaben (pro Vortsellung sind drei in Aktion), die Steier ehrlich überrascht haben: "Ich hatte ein wenig Angst, auf kleine Gesangsroboter zu treffen, aber das Gegenteil war der Fall. Sie sind so frei und leicht und bieten so viel an. Die Auswahl war ein delikater Balanceakt, denn wenn sie gerade nicht spielen, dürfen sie weder wegfaden, noch anderen die Szene stehlen. Aber diese Burschen rocken das!"



Diese Sängerknaben spielen in der "Zauberflöte"

Matthew, 14: Sang vor drei Jahren bei einer Tournee in Hong Kong (!) vor und bewundert die Königin der Nacht: "Sie ist stark, mächtig und vertritt eine klare Meinung.""Sein Lieblingsmärchen als Kind: "Die Schöne und das Biest"

Bastian, 13: Kommt aus Eggenburg (NÖ) und ist ein großer Fan des "duldsamen, standhaften und verschwiegenen" Tamino. Sein liebstes Betthupferl waren gereimte Gutenachtgeschichten, wie "Hatschi Bratschis Luftballon". In Salzburg singt er nicht nur, sondern urlaubt auch.

Jeong-min, 14: Er singt seit 2014 bei den Sängerknaben und setzt auf den buten Pagageno: "Er ist lustig und ein bisschen unruhig. Das bin ich auch." Mit Gutenachtgeschichten hat er keine Erfahrung, in Korea werden abends nämlich Abenteuer erzählt.

David, 13: Der Stuttgarter aus einer Musikerfamilie stieß vor zwei Jahren zu den Sängern. In der „Zauberflöte" hat's ihm Sarastro angetan: "Er strahlt Ruhe und Weisheit aus, vermittelt die eigentliche Botschaft dieser Oper." Ins Bett brachten ihn einst die Gebrüder Grimm.

Philipp, 13: Machte es wie der Bruder und wurde Sängerknabe. Liebingsgeschichte: Nöstlingers "Wir pfeifen auf den Gurkenkönig." Warum? "Der Kumi-Ori ist ziemlich genial, das glatte Gegenteil von Sarastro!" Den mag Philipp aber auch.

Mirko, 13: Der einzige Wiener in der Truppe singt seit drei Jahren im Chor und gibt seine Stimme Tamino: "Er ist ein Held, weil er die Prüfungen besteht. Und Mozart hat im schöne Melodien geschrieben." Seine Eltern lasen ihm früher "Hänsel und Gretel" vor.

Cast und Leading Team

Constantinos Carydis, Musikalische Leitung

Lydia Steier, Regie

Katharina Schlipf, Bühne

Ursula Kudrna, Kostüme

Olaf Freese, Licht

fettFilm, Video

Ina Karr, Dramaturgie

Matthias Goerne, Sarastro

Mauro Peter, Tamino

Albina Shagimuratova, Die Königin der Nacht

Christiane Karg, Pamina

Ilse Eerens, Erste Dame

Paula Murrihy, Zweite Dame

Geneviève King, Dritte Dame

Adam Plachetka, Papageno

Maria Nazarova, Papagena

Michael Porter, Monostatos

Tareq Nazmi, Sprecher

Simon Bode, Zweiter Priester / Erster geharnischter Mann

Birgit Linauer, Alte Papagena

Klaus Maria Brandauer, Großvater

Wiener Sängerknaben, Drei Knaben

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