Fussball

Salzburg muss schwitzen

Regel neu! Red Bulls Leih-Imperium vor dem Ende?

Red Bull Salzburg verleiht aktuell 16 Spieler, teils an die direkte Konkurrenz. Dem Leih-Imperium droht das Aus durch die FIFA.
Diese Regeländerung könnte die Top-Klubs vieler Nationen erschüttern. Die FIFA plant, Leih-Imperien einen Riegel vorzuschieben. Viele Vereine nutzen Leihen längst als lukratives Geschäftsmodell.

Der Transfermarkt droht so aber zu einer Plattform für Menschenhandel zu verkommen. Klubs kaufen sich billige Talente, verleihen sie, um sie später mit gestiegenem Marktwert zum Verkauf anzubieten. So können Millionen lukriert werden. Der Sport und vor allem die Personen rücken dabei leider in den Hintergrund, werden zu Handelsobjekten.

Die "Sport Bild" weiß von einer FIFA-Task-Force, die sich dem Thema annehme. Bald sollen demnach nur noch acht Leihspieler pro Verein und Saison erlaubt sein.

Red Bull muss schwitzen



Das könnte dramatische Auswirkungen auf das Fußball-Modell von Red Bull haben. Salzburg verleiht in der aktuellen Saison 16 Spieler. Mit Ausnahme von Marc Rzatkowski (New York Red Bulls, 27) sind alle 22 Jahre oder jünger. Viele sind an die direkte Liga-Konkurrenz verliehen. Das führte schon oft zu Kritik. Rapids sportliche Leitung monierte nicht erst ein Mal, dass die, über ganz Österreich verteilten, Leihspieler den Wettbewerb verzerren würden.

Prominentes Beispiel: Dimitri Oberlin. Der junge Schweizer wurde von Salzburg an Altach verliehen, zerballerte ein halbes Jahr lang förmlich die Bundesliga und bugsierte die Vorarlberger damit an die Tabellenspitze. Im Winter der Saison 2016/17 reagierte der Liga-Krösus. Red Bull beendete die Oberlin-Leihe, holte ihn vorzeitig zurück nach Salzburg, wo er nur die zweite Geige spielte. Altach, das fast zeitgleich auch Trainer Damir Canadi an Rapid verlor, ging nach der Winterpause die Luft aus. Salzburg wurde Meister.

Auch Verflechtungen wie jene zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg sind der FIFA ein Dorn im Auge. Der vergangene Transfersommer war der erste seit langer Zeit, in dem Salzburg keine Leistungsträger an den Schwestern-Klub abgeben musste. Die Mozartstädter galten gemeinhin als Ausbildungsverein des deutschen Klubs. Das gedenkt der Weltverband nun zu erschweren.

Talente unter 21 Jahre, die schon länger im Klub sind, dürften weiter unbeschränkt verliehen werden, schreibt die "Sport Bild" in ihrem Bericht. Eine genaue Angabe, wie lange ein Spieler in der Jugend eines Klubs verbracht haben muss, gibt es nicht. (S. Klein)

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