Politik

Studie von Wikipedia kopiert

Ließ Vilimsky Steuerzahler für Plagiat blechen?

EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky (FPÖ).
Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com
Harald Vilimsky, Spitzenkandidat der FPÖ bei den EU-Wahlen, soll dem FPÖ-Politiker Wendelin Mölzer eine plagiierte Studie mit Steuergeld finanziert haben.
Schwere Vorwürfe gegen den FPÖ-EU-Spitzenkandidaten Harald Vilimsky. Demnach habe er eine Studie in Auftrag gegeben, die "Europas rechtsdemokratische und patriotische Bewegungen" aufzeigen sollte. Diese Studie wurde laut "Standard" auch geliefert, von der "Edition K3 – Gesellschaft für Sozialpolitische Studien Verlags- und BeratungsGesmbH".

Aber: Die "K3" gehört Vilimskys Parteikollegen Wendelin Mölzer und dessen Bruder. Und die abgelieferte Studie soll ein Plagiat sein. Fußnoten, die Quellen zeigen würden, würden demnach komplett fehlen. Zudem sind weite Teile komplett von Plattformen wie Wikipedia oder Agenturen wie der APA sowie einigen Medien zusammenkopiert worden, samt der im Original erschienen Rechtschreibfehler.

FPÖ schweigt zu den Kosten

Geändert wurden laut Bericht nur Details, was gleichzeitig eine Verfälschung darstelle: So wurden aus Artikeln etwa die Wörter "rechtsextrem" oder "nationalistisch" entweder gestrichen oder durch "patriotisch" ersetzt. Vilimsky soll die Studie laut "Standard" mit Steuergeld bezahlt haben – wie viel, wollte die FPÖ nicht nennen. Bei den Freiheitlichen sieht man das Werk auch nicht als Plagiat, da "ohne den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit manche Bereiche aus Internetdiensten, aber auch frei zugängliche Texte übernommen wurden".

Für Vilimsky sei "Euer Geld für unsere Leut" das "neue FPÖ-EU-Wahlkampf-Motto", kritisierte SPÖ-EU-Spitzenkandidat Andreas Schieder. Schieder erinnert auch daran, dass Vilimsky "im Kreis der rechten ENF-Fraktion für Champagner-Gelage und Schlemmer-Menüs eine halbe Million Euro verschwendet hat". 228 Flaschen Champagner soll die EU-Parlamentsfraktion der Rechtspopulisten (ENF) auf Steuerkosten getrunken haben, insgesamt 544.207 Euro unrechtmäßig ausgegeben haben. Die ENF wurde dafür zu einer Rückzahlung von einer halben Million Euro verdonnert. (rfi)





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