Niederösterreich

Frauen bei Trauerfeier für Kottingbrunn-Opfer verprügelt

Am Mittwoch nahmen die Angehörigen der Opfer des Dreifachmords in Kottingbrunn Abschied von ihren Liebsten. Doch anstatt stillem Gedenken wurden drei Frauen brutal attackiert.
Noch können die Anrainer von Kottingbrunn und Angehörige der Familie nicht fassen, was am vergangenen Wochenende hier passiert ist. Der 31-jährige Austro-Türke Samet A. soll seine 29 Jahre alte Frau Tugba, Töchterchen Tuana (2) und den erst 11 Monate alten Sohn Salman getötet haben.

Nach der Freigabe der Leichname wurden diese in einer Bad Vöslauer Moschee aufgebahrt. Doch das stille Gedenken wurde von einem unglaublichen Vorfall überschattet. Bei der anschließenden Trauerfeier im Haus der Mutter des Mordopfers kam es zu einem gewalttätigen Übergriff auf drei Frauen.

Die türkisch-stämmige Wienerin Canan K. (37) vom Verein Förderung für Frauen mit Migrationshintergrund (FFM) hatte gemeinsam mit zwei Kolleginnen ebenfalls die Trauerfeier besucht, um den Hinterbliebenen ihr Beileid auszusprechen und ihre Unterstützung anzubieten.

Beim Verlassen des Gebäudes attackiert

"Wir sind reingegangen und haben uns hingesetzt, nachdem wir die Hand der Mutter und der Großmutter geküsst hatten", schildert Canan K. im Gespräch mit "Heute.at". Den Schock darüber, was danach passierte, hat die Wienerin auch Tage später noch nicht verarbeitet.

Aus einem anderen Zimmer kam eine Frau, die zur Familie gehört haben dürfte, auf sie zu und flog die drei Besucherinnen an: "Wer seid ihr? Was wollt ihr hier?" Eine Erklärung ihrer Vereinstätigkeit schien zu genügen, um die Frau zu besänftigen.

Doch als Canan K.s Kollegin dann vor Beginn der Koran-Lesung ihr Handy in die Hand nahm, um es stumm zu schalten, eskalierte die Situation. Die selbe Frau empörte sich erneut, woraufhin das Trio beschloss, wortlos die Veranstaltung zu lassen.

"Beschimpft, weil wir kein Kopftuch trugen"

"Stehts auf, wir gehen", hatte Canan K. noch zu ihren Begleiterinnen gesagt. Doch als sie an der Tür ankamen, wurden sie plötzlich von der aufgebrachten Frau aufs Übelste beschimpft.

Damit nicht genug: Bei ihrem Auto wurden die drei Wienerinnen plötzlich rücklings attackiert. Erst nur von der Frau, dann auch noch von weiteren Teilnehmern der Trauergemeinschaft, die in der Zwischenzeit vor dem Gebäude Stellung bezogen hatte.



Unter Schlägen, Tritten und Beschimpfungen seien sie regelrecht ins Auto gestopft worden, welches von der aufgebrachten Menge ebenfalls beschädigt worden sein soll. "Ein junger Mann hat zu mir gesagt: 'Du *** trägst nicht einmal ein Kopftuch, was glaubst du wer du bist und was du hier tust'", erinnert sich Canan K. an den Horror-Moment. Danach habe er ihr direkt ins Gesicht gespuckt.

Mit dem Auto entkamen die drei Frauen schließlich. Sie sei direkt nach Wien gerast. "Ich weiß nicht, wie viele Strafzettel ich jetzt bekomme, aber ich wollte einfach nur schnell weg", so die Vereinsobfrau: "Ich war im Schock und habe nur noch geweint."

Prellungen an Kopf und Rücken

Mit dem Handy hätten sie daraufhin die Polizei kontaktiert, die ihnen riet, sofort die nächste Wachstube aufzusuchen. Als die diensthabenden Beamten den Zustand der verletzten Frauen sahen, alarmierten sie sofort die Rettung. Bei Canan K. wurden daraufhin Prellungen an Schädel und der rechten Schulter diagnostiziert.

Das schreckliche Erlebnis lässt ihr auch Tage später keine Ruhe: "Ich bin jetzt im Krankenstand, weil ich das alles immer noch nicht verarbeitet habe."

So reagiert Norbert Hofer

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer zeigt sich über den Vorfall bestürzt: "Dieses Verhalten ausgerechnet bei einer Trauerfeier [...] ist skandalös und inakzeptabel und offenbart, dass wir in Österreich in vielen Bereichen ein massives Integrationsproblem haben", wettert Hofer in einer Aussendung und fordert Konsequenzen.

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