Street Art ist barrierefrei

Graffiti für Blinde – Kunst zum Ertasten in Wiener Park

Der Karl-Farkas-Park in Wien-Neubau beherbergt drei einzigartige Street-Art-Werke. Diese sind nun erstmals auch als Reliefmodelle erstastbar.

25.01.2024, 06:00
Dank kleinen Tastmodellen und Informationstexten in Brailleschrift können nun auch Blinde und Sehbehinderte die Kunst in Wien-Neubau erleben. 
Denise Auer

Zahlreiche künstlerisch hochwertige Wandmalereien zieren die Hausfassaden Wiens, doch für Menschen mit Sehbehinderung oder Seheinschränkung sind sie oft schwer zugänglich. Das soll ein durch die "Zero Project Conference" inspiriertes Best-Practice-Projekt der Bezirksvorstehung Wien-Neubau nun erstmals ändern. So wurden die Street-Art-Kunstwerke in der Burggasse 76 an der Seite des Karl-Farkas-Parks nun zum Ertasten zugänglich gemacht. Seheingeschränkte Menschen können sie ab sofort auf ganz besondere Art erleben.

Erstes barrierefreie Kunstwerk

Martin Essl, Gründer der Essl Foundation, Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) und Vize-Bezirkschefin Isabelle Uhl enthüllten die Modelle nun gemeinsam mit Petra Burger von Coca-Cola Österreich – die die Finanzierung übernahm. Die drei Street-Art-Kunstwerke an der Hausfassade sind nun die ersten in Wien, die für alle Menschen mit mehreren Sinnen erfassbar und somit auch für blinde Menschen zugänglich sind.

Tastmodelle und Brailleschrift

Inspiriert wurde die wegweisende Initiative durch die Organisation StreetArt Belgrad, die 2023 im Rahmen der Zero Project Conference das erste barrierefreie Street Art Werk in der UNO Wien umgesetzt hat. "Ziel ist es, Kunst für alle erfahrbar zu machen und zu zeigen, wie eine inklusive Gestaltung von Kunstwerken aussehen kann. Möge dieses Beispiel dazu anregen, weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum jedem Menschen – mit und ohne Behinderungen – zugänglich zu machen", so Initiator Martin Essl.

Barrierefreie Street Art in Wien-Neubau

    Der Karl-Farkas-Park in Wien-Neubau wird schon lange von Street Art Werken geziert.
    Denise Auer
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    Martin Essl hat gemeinsam mit Jakob Kattner, Leiter der Street Art Veranstaltung "Calle Libre", die Auswahl und die Umsetzung der Barrierefreimachung der Kunstwerke geleitet. Besonders wichtig ist dabei die Integration von kleinen Tast-Modellen der großen Kunstwerke. So können die Werke durch Berührung erfahren werden, zusätzlich gibt es unter jedem Modell eine Beschreibung in Braille-Schrift. 

    "Kunstgenuss ist für alle da!

    "Kunstgenuss und der Öffentliche Raum sind für alle da. Street Art steht für die Aneignung der Stadt für alle Menschen. Genau diese Gedanken setzt die taktile Darstellung der Murals in der Burggasse auf inklusive Art fort. Sie steht für mich daher auch stellvertretend für unser Ziel, den öffentlichen Raum gemeinsam und gerecht für alle zugänglich zu gestalten. Ich möchte mich daher besonders für die Initiative und die Schenkung der Tafel bei The Coca-Cola Company und Martin Essl bedanken", so Bezirksvorsteher Markus Reiter.

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      red
      Akt.25.01.2024, 06:00