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Anschober sagt, was es in der Pandemie jetzt braucht

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Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober gibt wieder Ratschläge im Pandemiemangement. GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat ganz klare Vorstellungen darüber, was es in der Pandemie jetzt braucht. 

Wer die Berichterstattung der letzten Tage und Wochen aufmerksam verfolgt, könnte glauben, Rudolf Anschober ist noch immer Gesundheitsminister. Der ehemalige Politiker der Grünen tritt in Talkshowsauf, hält Vorträge und gibt zahlreiche Interviews. Nun hat er mit dem ORFüber sein neues Buch und die nächsten Schritte in der Pandemiebekämpfung gesprochen. 

Schwächeanfälle als Rücktrittsgrund 

Fast genau ein Jahr ist es her, da hat Anschober seine Tränen zurückhalten müssen und der Bevölkerung am 13. April 2021 seinen Rücktritt vom Amt des Gesundheitsministers verkünden müssen. Mehrere Schwächeanfälle und gesundheitliche Probleme haben dazugeführt, dass der Politikprofi in der Pandemieseinen Sessel räumen musste.

Bereits damals hatte er angekündigt, dass er ein Buch über seine Erfahrungen als Österreichs oberster Pandemie-Manager verfassen würde. Anschober hat Wort gehalten, in "Pandemia. Einblicke und Aussichten" erzählt Anschober über seine Sicht der Krise. 

Zu viel Kritik an Ex-Kanzler Sebastian Kurz wollte Anschober darin nicht üben: "Eine Abrechnung mit Sebastian Kurz würde den Blick auf das Wesentliche nur verstellen“. Vielmehr sei es wichtig, sich bewusst zu werden, dass man große Aufgaben nur gemeinsam als Europa bewältigen könne, meint Anschober. "Die Impfstoffentwicklung und -beschaffung war für mich schon Ausdruck eines gemeinsamen Kraftaktes, andernfalls wäre es nicht so schnell gegangen“, so der grüne Ex-Politiker. Aber, so sagt er auch: "Wir haben überall auf der Welt eine globale Krise, versuchen sie aber immer noch national bzw. lokal zu verändern.“

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Die Menschen würden vermehrt das Vertrauen verlieren, wenn die Regeln und Corona-Maßnahmen derart unterschiedlich sind. Anschober sagt dazu auch mit Verweis auf den Ukraine-Krieg: "Es kann einem nicht gut gehen, wenn es anderen anderswo schlecht geht". Größere Krisen könnten demnach nur im größeren Rahmen und mit einem gemeinsamen Ansatz gelöst werden. Anschober ist der Meinung, dass die Pandemie nur dann in den Griff zu bekommen sei, wenn sie überall in Europa unter Kontrolle ist. Dafür bräuchten Gesundheitsminister mehr Kompetenzen. Für den Herbst müsse man sich nun jedenfalls vorbereiten, sagte Anschober, mit der Erinnerung, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. 

Der Ex-Politiker würde zudem dazu raten, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu reformieren, Diese soll demnach "am besten eine Datendrehscheibe für Entwicklungen im Pandemiegeschehen auf der Welt“ werden. Es bräuchte auch ein besseres Verhältnis zwischen Politik und Bevölkerung: "Es müssen wieder Erfolgserlebnisse her – und Vertrauen müsse wieder geschaffen werden.“ 

Schluss mit der Kleinteiligkeit 

Mit Blick auf Österreichsei jedenfalls wichtig, dass die Länder und Wien wieder aufeinander zu gehen würden, sagte Anschober. Man muss sich darüber bewusst werden, dass eine Stadt mit zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ganz andere Bedürfnisse habe, als andere Orte in Österreich. Dennoch sollten immer Lösungen mit Blick auf das Gesamte gefunden werden: "Was man doch an dieser Pandemie sieht, ist, dass gerade die Kleinteiligkeit auch einen ganz eigenen Populismus nach sich zieht.“

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