Politik

Widerstand angekündigt

Rechtsextreme planen Kreuzfahrt durch Wien

Auch der mehrfach verurteilte britische Rechtsextremist Tommy Robinson will nächsten Sommer zu einer Donau-Schiffahrt mit Gleichgesinnten nach Österreich kommen.
Bild: Kein Anbieter/Swns.com
Im Juni 2019 will die kanadische Rechtsaußen-Plattform "The Rebel Media" in Wien eine "Rechtsextremisten-Kreuzfahrt" abhalten. SP und Grüne toben.
Wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichten, soll im nächsten Sommer in Wien eine Bootsfahrt mit ausschließlich rechtsextremistischen Teilnehmern über die Bühne gehen. Aufgerufen hatte dazu die kanadische Rechtsaußenplattform "The Rebel Media", die Gleichgesinnte "aus aller Welt" dazu einlädt an dem geplanten "Rebel Cruise" teilzunehmen.

Spitzentreffen der Rechtsextremen in Wien?

Das Ziel der geplanten Reise soll in Budapest liegen, zuvor wollen die rechtsextremen Teilnehmer aber auch in Salzburg, Linz und Wien andocken. Besonders problematisch wird die von den "OÖN" kolportierte Ladungsliste des "Events" bewertet. Kommen sollen nämlich international bekannte Vertreter des politischen Rechtsextremismus. Unter anderem wird auch mit einem Erscheinen des Briten Tommy Robinson gerechnet, der als "Galionsfigur" der britischen Rechtsextremen gilt. Der frühere Journalist bei der englischen Zeitung "Sun" war nach wiederholten rassistischen Ausfällen von seinem früheren Arbeitgeber gekündigt worden. Robinson wurde darüber hinaus aber auch in mehreren anderen Gerichtsverfahren wegen extremistischer oder rassistischer Aussagen und Handlungen mehrfach verurteilt.

SPÖ und Grüne toben

Gerade der geplante Besuch von Robinson lässt aber in der Opposition derzeit die Wellen der Empörung höher schlagen. Österreich würde durch die "Rechtsextremistische Kreuzfahrt" wieder einmal zum Tummelplatz der internationelen Rechtsextremisten Szene verkommen, kritisierte die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur Sabine Schatz. "Das bedeutet, dass Figuren wie Tommy Robinson durch Österreich spazieren und sich mit Sympathisanten hierzulande treffen und vernetzen können." Von Kanzler Kurz (VP) fordert die SPÖ in diesem Zusammenhang einmal mehr "zu handeln, anstatt immer nur zu schweigen".

In eine ähnliche Kerbe schlagen auch die Grünen, die ebenfalls Widerstand gegen diesen "Rechtsextremen-Tourismus" ankündigen. Linz dürfe "keine Pilgerstätte für Rechtsextreme werden", so Sophia Hochedlinger von den Grünen Linz. Sie fordert von der Stadt Linz jetzt ein klares Zeichen gegen den Rechtsextremismus. "Linz hat als einstige Lieblingsstadt Adolf Hitlers eine ganz besondere Verantwortung. Die Stadt muss daher unzweifelhaft feststellen, dass sie nicht zur Pilgerstätte für Rechtsextreme werden will", so Hochedlinger. (mat)

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