Politik

Ansprüche wie Arbeitszeit

SPÖ zu Karenzzeiten: "Mogelpackung"

Gabriele Heinisch-Hosek
Bild: Kein Anbieter/Helmut Graf
Wenn jemand bis zu 24 Monate in Karenz geht, soll er oder sie künftig auch alle Gehaltserhöhungen angerechnet bekommen. Die SPÖ ortet eine Mogelpackung.
ÖVP-Klubobmann August Wöginger fordert in seiner Funktion als ÖAAB-Obmann die komplette Anrechnung der Karenzzeiten - und zwar für alle Berufe und alle Kollektivverträge.

Wenn jemand bis zu 24 Monate Karenz nimmt, soll sie oder er künftig in dieser Zeit alle Gehaltsvorrückungen und auch die entsprechenden Urlaubsansprüche, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlungen und Krankenstandsansprüche angerechnet bekommen. Das sagte Wöginger am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal.

Die Karenz soll laut der Forderung wie Arbeitszeit bewertet werden. Wöginger zufolge ist das erst in rund 30 Prozent der großen Kollektivverträge der Fall. Derzeit gibt es 859 unterschiedliche Kollektivverträge, in 145 davon findet sich eine Regelung zur automatischen Anrechnung der Karenzzeiten.

Bei der Bemessung der Kündigungsfrist, für die Dauer der Entgeltfortzahlung, im Krankenstand und für das Urlaubsausmaß werden bisher höchstens zehn Monate der ersten Karenz im Arbeitsverhältnis angerechnet.

SPÖ ortet "Mogelpackung"

SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek ist klar für eine Anrechnung der Karenzzeiten etwa für Gehaltsvorrückungen. Sie fordert ÖVP-Klubchef Wöginger allerdings zugleich auf, das gemeinsam als Gesetz zu beschließen.

Jetzt sei es vorerst eine "Mogelpackung": Bei einer gesetzlichen Regelung "macht er sofort einen Rückzieher und will alles auf die Kollektivverttragsverhandlungen schieben", so Heinisch-Hosek.

Das sei ein "Hohn", weil sich die Gewerkschaften ohnehin seit Jahren vehement dafür einsetzen. (Red)

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