Wien

Parkte vor Privatwohnung

So tricksen Promis bei Parkstrafen

Parksheriffs ließen angeblich nicht nur eigene Parkstrafen stornieren.
Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com/APA
Ein Ex-Politiker parkte sein Dienstfahrzeug mehrmals widerrechtlich vor seiner Privatwohnung. Die Parkstrafen wurden wieder gelöscht, so ein Insider.
Paukenschlag im Parksheriff-Skandal: Laut einem Insider ließen Mitarbeiter der Parkraumüberwachung nicht nur eigene Parkstrafen löschen ("heute.at" berichtete).

Auch ein hochrangiger Ex-Politiker (Name der Redaktion bekannt) parkte mit seinem Dienstwagen mehrmals widerrechtlich vor seiner Privatwohnung. Anschließend wurden die Parkstrafen wieder storniert. "Bei einer Besprechung sagte ein Polizist, dass dieses Fahrzeug nicht mehr aufgeschrieben werden darf", so der Informant zu "Heute".

Auch Promi-Veranstalter intervenierte

Ebenfalls brisant: Auch ein prominenter Veranstalter soll bei der MA 67 (Parkraumüberwachung) wegen einer Strafe interveniert haben: "Er war am Stützpunkt und hat sich beschwert, dass er aufgeschrieben wurde. Ich weiß aber nicht, ob die Strafe dann wirklich storniert wurde", berichtet der Insider.

Ebenfalls gang und gäbe: Polizisten, die für bestimmte Personen Stornos verlangten: "Die Parksheriffs haben das gemacht – aus Angst vor dienstlichen Schwierigkeiten."

Bereits 13 Parksheriffs vor Entlassung

Insgesamt stehen derzeit 13 Mitarbeiter der Parkraumüberwachung – darunter angeblich auch ein SP-Bezirksrat – unter dringendem Verdacht, dass sie ihre Parkstrafen bzw. jene von nahestehenden Personen widerrechtlich stornieren ließen. Die Beamten wurden vom Dienst freigestellt und ihre Entlassung in die Wege geleitet. Die Ermittlungen des Bundesamtes für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung sowie von Polizei und MA 67 laufen auf Hochtouren. Laut Polizei-Pressechef Manfred Reinthaler ist mit weiteren Verdächtigen zu rechnen, allerdings "nicht mehr mit sehr vielen".

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