Vorarlberg

OGH-Urteil über Erbschaftsstreit

Tausende Testamente könnten ungültig sein

Das Testament wurde letztendlich ungültig erklärt.
Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com/APA
Ein Erbschaftsstreit unter zwei Frauen aus Vorarlberg könnte Auswirkungen auf Tausende Österreicher haben.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) in einem Erbschaftsstreit könnte für viele Österreicher weitreichende Folgen haben. Weil Testamentszeugen nicht auf der Urkunde unterschrieben hatten, wurde das Testament für ungültig erklärt.

Der konkrete Anlassfall trug sich laut einem "orf.at"-Bericht in Vorarlberg zu. Der einzigen Tochter und Alleinerbin einer Frau wurde das Erbe sozusagen "weggeschnappt". Wenige Tage vor dem Tod der sterbenskranken Frau war eine Unbekannte plötzlich samt Anwalt und vorgefertigtem Testament in das Krankenhaus spaziert und ließ das Schreiben dort von der Frau im Totenbett unterzeichnen. Außerdem haben zwei Sekretärinnen des Anwalts und eine Krankenschwester als Zeugen unterschrieben, um den letzten Willen wasserdicht zu machen.

Die Tochter zog daraufhin vor Gericht. Dort blitzte sie allerdings in erster und zweiter Instanz ab. Das Testament wurde für gültig erklärt. Schließlich landete der Fall beim OGH, der gegenteilig entschied. Der Grund dafür sind aber nicht etwa die widrigen Umstände, unter denen die Erblasserin das Testament unterschrieben hatte, sondern formale Gründe. So hatten die Zeugen nicht auf der Urkunde selbst, sondern auf einem extra Blatt unterzeichnet. Das dürfe nicht sein, wenn die Formvorschriften erfüllt sein sollen.

Richtunsgweisendes Urteil?

Laut dem Rechtsanwalt der Tochter könnte dieser Entschluss weitreichende Folgen haben. Seiner Einschätzung nach seien österreichweit Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Testamente auf diese Weise abgeschlossen worden und deshalb ungültig.

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(red)

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