Tirol

Bakterienzusatz in Kunstschnee

Urteil von Tiroler Gericht regt Seilbahner auf

Ein Urteil vom Landesverwaltungsgericht regt auf (Symbolbild).
Bild: Kein Anbieter/iStock
Ein Bescheid vom Tiroler Landesverwaltungsgericht sorgt für Wirbel. Demnach darf Kunstschnee mit Zusatzstoffen versehen werden.
Bisweilen war es nicht erlaubt Bakterienzusätze für die künstliche Beschneiung in Skigebieten zu verwenden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht (LVwG) hat nun allerdings anders entschieden, was Regierung und Seilbahner auf die Barrikaden steigen lässt. Auslöser für die Debatte waren die Seefelder Bergbahnen.

Laut dem Urteil dürfen Zusatzstoffe bei Kunstschnee unter bestimmten Auflagen verwendet werden. Ein Ermittlungsverfahren der Wasserbehörde habe ergeben, dass keine negativen Folgen für Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt zu befürchten seien.

Der Entscheid freut die Seilbahner und die Mitglieder der Tiroler Landesregierung gar nicht, sie wollen lieber wie bisher beim reinen Schneiwasser bleiben. Landesrätin Ingrid Felipe (Grüne) möchte deshalb weitere rechtliche Schritte prüfen. Eine Revision beim LVwG oder eine Prüfung durch den Verfassungsgerichtshof wären möglich. "Wir wollen, dass in Tirol auch weiterhin ausschließlich mit Wasser in Trinkwasserqualität künstlich beschneit wird", zitiert "tirol.orf.at" den Grünen Gebi Mair.

Immenser Imageschaden sei zu befürchten

Ähnlich sieht das auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), der sich ebenfalls gegen den Einsatz von Bakterienzusätze ausspricht. "Künstliche Zusatzstoffe passen für mich nicht zu einem glaubwürdigen Tiroler Naturerlebnis", so Platter.

Die Seilbahner, vertreten durch Obmann Franz Hörl, bezeichnen das LVwG-Urteil gar als verheerend. Dem Skitourismus drohe ein Imageschaden. Sein Vorschlag: Skigebiete, die Zusatzstoffe einsetzen, sollen keine öffentlichen Mittel mehr erhalten.

Im Clinch mit Bergbahnen

Die Seefelder Bergbahnen, die für den Wirbel verantwortlich gemacht werden, versuchen zu beruhigen. Man wolle einen Feldversuch starten und herausfinden, wie sich der Stoff – dieser besteht aus abgetöteten Bakterien, die dem Wasser beigesetzt werden – auf die Beschneiung auswirkt. In den USA und der Schweiz wird das Mittel schon länger zur künstlichen Beschneiung verwendet.

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(red)

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