Salzburg

Autoclubs verärgert

Grenzkontrollen seien Zumutung für Autofahrer

Grenzkontrollen zwischen Deutschland bzw. Bayern und Österreich sorgen für Unmut bei Autofahren und Autoclubs.
Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com
Weil der Reiseverkehr von Grenzkontrollen stark beeinträchtigt wird, zeigt sich der ÖAMTC verärgert. Selber Schuld, meint Seehofer.
Der Salzburger ÖAMTC-Direktor Erich Lobensommer zeigt sich wegen der immer länger werdenden Grenzwartezeiten verstimmt. Die Kontrollen seien eine Zumutung für Autofahrer und angesichts der sinkenden Zahlen von erwischten illegalen Migranten auch nicht unbedingt nachvollziehbar.

Neben der Grenzkontrollen am Autobahngrenzübergang Salzburg-Walserberg sorgen auch Kontrollen durch die deutsche Bundespolizei auf der Saalachbrücke in Liefering für lange Wartezeiten. Diese seien zum "Schaden vieler Verkehrsteilnehmer, Anrainer und Wirtschaftstreibender in Salzburg".

"Am Freitag vergangener Woche hatten wir einen Stau von 28 Kilometer bis nach Golling. Man muss sich vorstellen, da sind Familien mit Kindern unterwegs, die sich da stundenlang an die Grenze stauen und das ist einfach eine Zumutung. Aber nicht nur für Autofahrer, sondern auch für die Umwelt", meint Lobensommer "salzburg.orf.at" zufolge.

Deutschland betreibe "Scheinpolitik"

Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) kann den Kontrollen ebenso wenig abgewinnen. Er sprach am Montag von "reiner Symbolpolitik" seitens Horst Seehofer. Er möchte allen voran die Abwicklung der Kontrollen ändern. So würden die vom deutschen Innenminister initiierten Grenzkontrollen vor allem dem Schein dienen. "Damit man daheim sagen kann: Seht her, wir kontrollieren eh."

Seehofer weist Schuld zurück

Der deutsche Innenminister besuchte am Montag gemeinsam mit seinem bayrischen Kollegen Joachim Hermann die deutsch-österreichische Grenze bei Freilassing. Im Zuge dessen verteidigte Seehofer die Kontrollen. So seien im ersten Halbjahr 2018 5.300 unerlaubte Einreisen zwischen Bayern und Österreich registriert worden.

Kritik an den dadurch verursachten langen Grenzwartezeiten lässt der CSU-Politik nicht gelten. Er spielt den Ball stattdessen zurück: "Wenn Österreich seine Grenzen richtig schützen würde, bräuchten die Bayern nicht die Grenzkontrollen durchführen."

Bayern wählt am 14. Oktober einen neuen Landtag. Bis dahin wird sich an der Situation wohl nichts ändern.

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(red)

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